Ein wichtiger Bestandteil der Logopädieausbildung an der MEDAU-Schule ist die Anfertigung einer Facharbeit im sechsten Semester.

Die Schüler/innen haben dabei die Gelegenheit, sowohl ihre fachlich-methodischen als auch organisatorische und personale Kompetenzen zu erweitern. Die Arbeiten werden in der Regel in Gruppen geschrieben und umfassen Themen aus der Sprachtherapie und ihren angrenzenden Fachgebieten.

In diesem Jahr haben 10 Schüler/innen in Gruppenarbeit ihre Facharbeiten fertig gestellt und ihre Ergebnisse im Rahmen von 20-minütigen Vorträgen bei einem schulinternen Symposium präsentiert.

 

 

Die Themen im Einzelnen: 

Einfluss von Raum und Raumgestaltung auf die logopädische Behandlung
(J. Gensinger)

Julius Gensinger ging der Fragestellung nach, wie sich Erkenntnisse aus der Verhaltensforschung auf die Gestaltung von Therapieräumen anwenden lassen. Er stellte verschiedene Raum- und Farbkonzepte vor und erläuterte erwünschte und unerwünschte Wirkungen auf den Therapieprozess.

 

Aufklärung über das Störungsbild Aphasie – Bedarf, Ist-Stand, Wünsche.
(B. Eberhardt, I. Hartmann, M. Reuter)

Die Aphasie ist eines der sozial schwerwiegendsten Syndrome, die durch Schlaganfall oder Hirnschädigung auftreten können. Bettina Eberhardt, Ingeborg Hartmann und Marion Reuter vertraten die These, dass gute Aufklärung und Information über das Störungsbild Aphasie den Betroffenen bei der Rehabilitation unterstützen und ihm die gesellschaftliche Teilhabe erleichtern könnten. In einer Umfrage ermittelten sie den Ist-Stand und machten Vorschläge für wirkungsvolle Aufklärungskonzepte.

 

Laryngektomie – Möglichkeiten der Stimmrehabilitation.
(N. Hahmann, L. Iallonardo, P. Pielsticker)

Die bei Krebserkrankungen häufig erforderliche Entfernung des Kehlkopfs, die sogenannte Laryngektomie, bedeutet für die Betroffenen längst nicht immer den Verlust der Stimme und der Sprechfähigkeit. Eindrucksvoll zeigten dies Nancy Hahmann, Lara Iallonardo und Paulina Pielsticker in ihrer Facharbeit. Sie führten verschiedene chirurgische und logopädische Techniken zur Stimmrehabilitation vor und zeigten anschaulich die therapeutischen Herausforderungen auf.

 

Modell, Imitation, Vorbild – Neuronale Grundlagen und elementare Wirkmechanismen in der Logopädie.
(S. Eisele, N. Filsner, E. Schlittmaier)

Dass logopädische Behandlung wirkt, ist mittlerweile durch eine gute Studienlage in verschiedenen Störungsbildern belegt. Aber es bleibt die spannende Frage, wodurch sie wirkt bzw. welche Rolle die Therapeutenpersönlichkeit in diesem Zusammenhang spielt. Sabrina Eisele, Nicole Filsner und Eva Schlittmaier recherchierten für ihre Facharbeit in dieser Angelegenheit und zeigten unter anderem an einem interessanten Experiment, wie wichtig die Rolle der Therapeutin als Modell und Vorbild ist, und wie sehr gute logopädsiche Therapie auf dem neuronal verankerten Prinzip der Imitation fußt.

 

Alle Vortragenden konnten beim Symposium „Logopädie kompakt“ unter Beweis stellen, dass sie zu Experten ihres Fachs heranreifen. Kurz vor der abzulegenden staatlichen Prüfung zeigten sie eindrucksvoll die Bandbreite der Aufgabenfelder in der Logopädie und verknüpften gekonnt wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Bedürfnisse zum Wohle der ihnen zukünftig anvertrauten Patienten.

Text: B. Frittrang (Schulleiter Logopädie)