Finanzierungstipps

1. Bildungskredit - Bundesregierung

Die Bundesregierung bietet Schülern und Studenten in fortgeschrittenen Ausbildungsphasen (bei einer dreijährigen Berufsausbildung: ab dem zweiten Ausbildungsjahr) die Möglichkeit, einen zinsgünstigen Kredit – auch zusätzlich zum BAföG! – in Anspruch zu nehmen. Gefördert werden nur Vollzeitausbildungen bzw. -studiengänge. Die Förderung in Höhe von 1.000 bis zu 7.200 € erfolgt maximal bis zur Vollendung des 36. Lebensjahres. Der zur Verfügung stehende Finanzrahmen ist begrenzt und wird jährlich vom Bundesministerium für Bildung und Forschung vorgegeben. Informationen zum Bildungskredit erhalten Sie im Internet unter www.bva.bund.de unter dem Stichwort „Bildungskredit“ oder telefonisch unter 0228. 993 58 4492 und per Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

2. Bildungskredit – Sparkasse Coburg-Lichtenfels

Unsere Hausbank (Sparkasse Coburg-Lichtenfels) bietet eine Studienfinanzierung für Schüler und Studenten an. Detaillierte Informationen finden Sie unter www.sparkasse-co-lif.de unter dem Stichpunkt „Bildungskredit“ oder telefonisch unter 09561 70 0.

3. BAföG

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a) für die Erstausbildung

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) eröffnet jungen Menschen seit 1971 Bildungschancen. Das BAföG unterstützt dabei, unabhängig von der finanziellen Situation ihrer Familie eine ihren Eignungen und Interessen entsprechende Ausbildung absolvieren zu können. Mit Beginn des Wintersemesters 2016/2017 wird das BAföG auch inhaltlich verändert: Bedarfssätze und Einkommensfreibeträge werden angehoben.

b) nach der Berufsausbildung

Wenn keine Förderung durch die Agentur für Arbeit erfolgt, besteht bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres (zzgl. Bewerbungszeit oder Kindererziehungszeiten) ein Rechtsanspruch auf einen Zuschuss nach dem BAföG-Gesetz oder nach dem Meister-BAföG (siehe 5). Wer mindestens drei Jahre in seinem Beruf tätig war, erhält einen monatlichen BAföG-Satz. Die Finanzierung erfolgt durch monatliche, nicht zurückzuzahlende BAföG-Zuschüsse.

c) Meister-BAföG (AFBG)

Das Aufstiegsförderungsgesetz (AFBG) verfolgt die Ziele, die berufliche Aufstiegsfortbildung finanziell zu unterstützen und Existenzgründungen zu erleichtern. Gefördert werden nicht nur angehende „Meister“, sondern auch Teilnehmer von Kursen, die auf staatliche oder auf IHK Abschlüsse vorbereiten. Teilnehmer an Vollzeitmaßnahmen erhalten eine monatliche Unterstützung zum Lebensunterhalt. Für die Prüfungs- und Lehrgangsgebühren von Voll- und Teilzeitmaßnahmen ist ein Maßnahmenbeitrag in Höhe der tatsächlich anfallenden Gebühren (maximal 10.226 €) vorgesehen. Wer sich nach Abschluss der Weiterbildung selbstständig macht, dem wird auf Antrag unter bestimmten Bedingungen ein Großteil des Restdarlehens erlassen. Weitere Informationen, Rechtsgrundlagen und Antragsformulare rund um die Bafög Förderung finden Sie unter www.bafoeg.de. Die Bafög Hotline bietet unter der Tel 0800 2236341 gebührenfreie Beratung
an.

4. Förderung durch die Agentur für Arbeit (SGB III)

Die Förderung der beruflichen Weiterbildung kann zur beruflichen Eingliederung oder zur Vermeidung drohender Arbeitslosigkeit notwendig sein. Das gilt auch bei Nachholung eines Berufsabschlusses. Zur Klärung Ihrer Förderungsfähigkeit wenden Sie sich bitte rechtzeitig an Ihre Agentur für Arbeit, denn die Bescheinigung in Form eines Bildungsgutscheins muss vor Beginn der Maßnahme erfolgen.

5. Förderung durch die Bundeswehr (BFD)

Zeitsoldaten werden nach dem Soldatenversorgungsgesetz durch den Berufsförderungsdienst (BFD) der Bundeswehr gefördert. Weitere Informationen finden Sie unter www.personal.bundeswehr.de unter dem Stichpunkt „Berufsförderungsdienst“.

6. Begabtenförderung für berufliche Bildung

Ob in Schule, Studium oder Beruf - die Bundesregierung hat die Förderung unterschiedlicher Begabungen und Talente zu einem ihrer bildungspolitischen Ziele bestimmt. Ob mit einem Weiterbildungs- oder Aufstiegsstipendium, das Bundesministerium für Bildung und Forschung bietet viele Möglichkeiten der Unterstützung an. Alle Informationen finden Sie unter www.bmbf.de unter dem Stichwort „Begabtenförderung“.

7. Darlehen

Zur Sicherung der Ausbildungsfinanzierung bieten sich auch unterschiedliche Darlehensformen an: Hypothekendarlehen sind über Grundbesitz bzw. Wohnungseigentum abgesichert, Policendarlehen werden von Versicherungsgesellschaften bei gleichzeitigem Abschluss einer Lebensversicherung angeboten. Die Konditionen von Bankdarlehen können sich beträchtlich unterscheiden. Zur Klärung des Finanzierungsbedarfs und der Rückzahlbedingungen ist ein Gespräch mit Fachleuten ratsam.

8. Steuerliche Berücksichtigung

Schulgeld ist steuerlich absetzbar. Kosten für Unterkunft und Verpflegung können gegebenenfalls als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend gemacht werden. Voraussetzung für die Absetzbarkeit ist, dass die Eltern für das Kind Anspruch auf einen Freibetrag oder auf Kindergeld haben. Die Schulart spielt dabei keine Rolle, sondern der Abschluss. Die Schule muss einen anerkannten Schul-, Jahrgangs- oder Berufsabschluss vorbereiten (Näheres hierzu § 10 Absatz 1 Nr. 9 EStG). Das Steuerrecht ist komplex und fortlaufenden Änderungen unterworfen. Um sicher zu gehen, alle steuerlichen Möglichkeiten auszuschöpfen, ist es empfehlenswert, sich zeitnah beim zeitnah beim Finanzamt zu erkundigen und gegebenenfalls einen Steuerberater in Anspruch zu nehmen.

Stand Januar 2016